LÖWENZAHN – Kräutersteckbrief 24. Woche

Liebe Freunde des BioTeeBlogs, nach einigen längeren Geschäftsreisen für die Bioteemanufaktur in fernen Ländern der Kräuter und Gewürze melde ich mich wieder zurück, mit einem weiteren Beitrag zur Rubrik HEILKRÄUTER. Inzwischen hat neben unserem Versuchsfeld nämlich auch der Löwenzahn geblüht. (Das Foto vom April zeigt die Blütenstängel mit noch kleinen Blättern.)

Löwenzahn, Nr.1, 20.4.15

Der Löwenzahn gehört zu den wohl bekanntesten Pflanzen, da er wirklich auf so gut wie jeder Wiese zu finden und sehr auffällig in seiner Farbgebung ist. Doch man sollte ihn nicht auf seine leuchtend gelbe Optik reduzieren. In den Löwenzahnblättern steckt eine Menge Gutes, eine reiche Vielfalt an wertvollen Inhaltsstoffen. Der Löwenzahn ist eine ausgesprochen bescheidene Pflanze und gibt sich mit so gut wie jeder Bodenbedingung zufrieden. Seine beachtliche Pfahlwurzel wächst bis zu 30 cm tief in den Boden. Die Blätter des Löwenzahns sind rosettenartig in ihrer Anordnung. Sie haben zahnartige Zacken und werden bis zu 25 cm lang. Die gelben Blütenköpfe sitzen auf einem hohlen Blütenstängel. Der Löwenzahn hat eine weiße Pflanzenmilch. Diese steckt in Blättern sowie Blütenstängeln und kann hartnäckige Flecken auf der Kleidung hinterlassen. Die Milch soll aber auch positive Wirkungen auf Warzen haben.

Blütezeit: Die Blütezeit des Löwenzahns ist von März bis April/Mai.

Botanischer Name: Der botanische Name des Löwenzahns lautet Taraxacum officinale Web.S.L. Der Volksmund bezeichnet den Löwenzahn auch als Butterblume, Kuhblume, Milchblume, Pusteblume oder auch als Schmalzblümlein.

Verwendung: Arzneilich werden vor allem Kraut und Wurzel des Löwenzahns eingesetzt. Frischgepresster Saft kann zu gleichen Teilen mit einem Weingeist 14Tage angesetzt und danach mit einem Tuch abgeseiht werden. Fertig ist der Löwenzahnsaft, der als Kur über mehrere Wochen für die Frühjahrs-Entschlackung, Blutreinigung, Stoffwechselanregung und vieles mehr genutzt werden kann. Natürlich kann auch genauso gut Tee aus Löwenzahnkraut 3 x täglich getrunken werden.

Anbau: Direktsaat im März/April. ca. 1 cm tief, leicht mit Erde abdecken und gut andrücken. Möglichst dicht in der Reihe säen. Dichter Bewuchs innerhalb der Reihe unterdrückt Beikrautbewuchs. Wer größere Pflanzen und Blätter bevorzugt sollte vereinzelt setzen.

Abstand im  Hausgarten:  zwischen den Reihen 25 cm

Ernte: Wilde Löwenzahnblätter sollten am besten in den Monaten von April bis Mai geerntet werden. Die Wurzeln gräbt man im Februar/März nach den Bodenfrösten aus, wenn der Schnee geschmolzen ist, und die Blütenstängel noch nicht austreiben. Alternativ kann die Wurzelernte auch im September/Oktober betrieben werden. Allgemein empfiehlt es sich einen Wurzelstecher bei der Ausgrabung von Löwenzahnwurzeln einzusetzen. Diese werden nach dem Waschen gespalten und zum Trocknen an einen gut belüfteten und trockenen Ort gehängt. Am besten gemeinsam mit der geernteten Blattrosette (0,5-1 cm lang) trocknen. Löwenzahn darf mit Warmluft bis 40 Grad getrocknet werden.

Wirkung als Hausmittel: Löwenzahn soll eine ausgesprochen positive Wirkung auf Leber und Niere haben und zählt zu den beliebtesten Heilpflanzen. Löwenzahnkraut regt die Organe an und hat sogar einen stärkenden Einfluss auf das Bindegewebe. Es stärkt die Wasserausscheidung, hilft gegen Völlegefühl im Magen und ist blähungstreibend. Allgemein soll sich der Löwenzahn stärkend auf den gesamten Körper und das Wohlbefinden auswirken.

Anwendung: 1-2  gehäufte Teelöffel Löwenzahnkraut mit 250 ml kalten Wasser übergießen und  Mischung in einem Topf zum Sieden bringen. 1 Minute kochen, anschließend 10 Minuten ziehen lassen und Kraut aussieben. Am besten 3mal täglich eine Tasse zu sich nehmen.

Gemixt mit anderen Pflanzen: ergeben sich wertvolle Gallen- und Lebertees. Beispielmischung: 5gr Enzianwurzel, 5gr Fenchel, 5gr Kümmel, 5gr Kamillenblüten sowie 10gr Hauhechelwurzel  mit 10gr Faulbaumrinde, 25gr Löwenzahnblätter und 35gr Pfefferminzblätter.

Im Salat: Je 15gr frische Löwenzahnblätter  werden gerne zusammen mit anderen Salatnutzbaren Pflanzen gemischt: z.B. junge Brennessel, Birkenblätter, Wegericharten gerne auch mit normalen Kopfsalat.