BRENNESSEL – Kräutersteckbrief 25. Woche

Liebe Freunde des BioTeeBlogs,

wer kennt sie nicht, die Brennessel? Jeder hat so seine unliebsamen Erinnerungen mit dieser bemerkenswerten Heilpflanze. Heute möchte ich auf die gesunden Eigenschaften dieser Pflanze aufmerksam machen.

Junge-Brennessel Junge-Brennessel-02

Viele kennen die Brennessel vom Sehen, unscheinbar steht sie am Wegesrand. Doch wer ihr zu nah kommt wird sie unweigerlich bemerken. Denn die Brennessel sticht und hinterlässt brennende und juckende Pusteln auf der Haut. Daher ist sie oft eine unliebsame Erinnerung aus der Kindheit. Sie hat eine schlichte grüne Farbe und auch die kleinen grün-gelblichen Blüten sind relativ schlicht gestaltet. Zudem geht von ihr im frischen Zustand kein besonderer Duft aus. Doch die Brennessel ist zu höherem berufen als nur ein Unkraut zu sein. Unscheinbar aber „oho“ das trifft auf die Brennessel auf jeden Fall zu.

Donnernessel, Hanfnessel, Saunessel oder auch Senznettel, die Brennessel hat viele Volksnamen. Kein Wunder, denn sie wird schon seit Jahrhunderten in der Volksmedizin angewendet. Die wissenschaftliche Medizin nahm sich ihr erst später an. Es gibt zwei Brennesselarten die für die Medizin genutzt werden und beide sind in Deutschland zu finden. Da wäre zum einen die Kleine Brennessel (Urtica urens) und die Große Brennessel ( Urtica dioica ). Die Kleine Brennessel ist, wie ihr Name schon sagt, kleiner und zarter als die große Brennessel. Sie ist aber die agressivere von beiden. Die Große Brennessel findet die meiste Verwendung. Beide treiben im Frühjahr langsam in die Höhe. Die Brennessel wächst gerne an Bach- und Waldrändern. Dort wo Wiesen nicht oft gemäht werden sieht man sie ebenfalls. Sie ist gesellig und wächst gerne inselartig in Horten. Bestenfalls wagen sich noch ein paar Gräser dazwischen. Sie gedeiht auf und neben dem Kompost, alten Mistmieten und in Gärten, gerne dort wo der Boden qualitativ am besten ist. Die Brennessel liebt Stickstoff und wird deswegen auch als nitrophil bezeichnet. Deswegen sollte man sie auch nicht direkt nach trüben verregneten Tagen abernten, sondern noch 1-2 Tage abwarten bis die Sonne mögliche Nitrite in der Pflanze wieder umgewandelt hat.

Blütezeit:
Die Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die Blüten hängen dann ährenartig etwas nach unten und sind zweihäusig. Je mehr Stickstoff im Boden ist desto dunkelgrüner werden die Blätter. Interessant ist, dass die getrockneten Blätter mehr duften als frische Brennesselblätter. Sie duftet leicht
nach Heu und bringt ihren eigenen Brennesselduft mit.

Einsatzmöglichkeiten:
Das Tolle an der Brennessel ist, dass man wirklich alles von ihr einsetzen kann. Von der Wurzel über den Stiel, Blatt, Blüten und Samen alle Teile der Brennessel sind voller wichtiger Heilstoffe. Flavonoide, Chlorophylle, Vitamine, Carotinoide Mineralsalze, Beta-Sitosterin, Pflanzensäuren, Amine (Histamin) und Eisen sind in der Brennessel enthalten. Die Brennessel hat eine anregende Wirkung auf den ganzen Körperstoffwechsel. Gerne wird sie in Teemischungen eingesetzt. Besonders bei Entgiftungs- oder Fastenkuren beliebt, da sie harntreibend wirkt. Auch bei Prostatabeschwerden soll die Brennessel ein wirksames Mittel sein. Bei Rheuma, Gicht, Gallen-und Leberbeschwerden wird sie ebenfalls gerne zum Einsatz gebracht. Gerade in der Volksmedizin wurde die Brennessel bei der Behandlung von Rheuma, Gicht oder Scharlach gerne genutzt. So wurde bei der Behandlung der Erkrankte mit frischen Brennesseln beklopft, um Linderung und Heilung zu erzielen. Brennesselsaft ist in der Volksmedizin ein sehr beliebtes Mittel. Man kann diesen ganz einfach selbst zubereiten. Ganze blühende Pflanzen werden zerschnitten und für 12 Stunden in ein bisschen Wasser gelegt. Anschließend werden die Brennesseln dann mit Hilfe einer Presse ausgepresst.

Geschmack:
Zugegeben die Brennessel hat einen eher rustikalen Geschmack. Deswegen wird in Teemischungen gerne Lemongras beigemischt der den Geschmack abrundet und mildert. Als täglicher Gebrauchstee ist die Brennessel eher ungeeignet. Hierfür ist sie arzneilich einfach zu aktiv. Sie sollte daher als Heiltee getrunken und genutzt werden.

Handhabung:
Möchte man Brennesselsamen bzw. die Früchte der Brennessel nutzen, gilt es diese vorher zu zerstoßen, damit die Wirkstoffe und Öle richtig freigesetzt werden können.

Zubereitung von Brennesseltee:
Man nehme 2 gehäufte Teelöffel Brennesselblätter oder Brennesselwurzeln und übergießt diese mit ca. 250 ml kochendem Wasser. 5 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Am besten morgens und abends je eine Tasse trinken. Der empfohlene Zeitraum liegt bei 1 bis 2 Monaten.

Nebenwirkungen:
Die Brennessel gilt als sehr nebenwirkungsarm