WALD-ERDBEERE – Kräutersteckbrief 27. Woche

Liebe Freunde des BioTeeBlogs,

Es ist Erdbeerzeit! So möchte ich im heutigen Beitrag etwas zu dieser  leckeren Frucht schreiben. Wir haben unsere Wald-Erdbeeren (Fragaria vesca L.) im Frühling 2015 bei einem Spaziergang im Kaufunger Wald gefunden. (Foto: Frische junge Blätter streben zum Licht.)
Jetzt sollten Sie bereits blühen…

Walderdbeere, Nr.1, 12.4.15,4005 Walderdbeere, Nr.2, 12.4.15, IMG_4009

Erdbeeren gehören zu den köstlichsten Beeren und sind bei Alt und Jung äußerst beliebt. Sie ist eine Rosettenstaude und wird im Garten bis zu 30 cm hoch, die Walderdbeere hingegen je nach Licht und Feuchtigkeit nur 5-15 cm. Die weißen Blüten werden nach dem Verblühen zur Frucht, also zur Erdbeere. Sie wächst gerne im Unterholz, in Buchenwäldern, an Wiesenrändern und bevorzugt halbschattige Plätzchen. Schon im Altertum kannten die Römer die Walderdbeere. Die Pflanze bildet lange Ausläufer, welche kriechend über den Boden wachsen.

Blütezeit:
Die Blütezeit ist von Mai bis Juni. Man findet die Erdbeere im Wald, sie ist also eine echte Waldfrucht. Sie wächst an Wegböschungen, an Waldwegen oder auch gerne auf sonnigen Lichtungen.

Botanischer Name:
Der botanische Name der Erdbeere lautet Fragaria vesca L. Unter den Namen Besingkraut, Erbel, Flohbeere oder Haferlsbeere ist sie im Volksmund ebenfalls bekannt.

Verwendung:
Die Blätter und Früchte der Erdbeere finden die häufigste Anwendung.  Allerdings werden für Heilzwecke hauptsächlich die Blätter der Erdbeere eingesetzt. Für Hausteemischungen erntet man die ganz jungen Blätter. In älteren Blättern befinden sich mehr Gerbstoffe für Heilzwecke. Größere Mengen der frischen Früchte wirken blutreinigend und stärken Leber-und Gallenfunktion. Während der Erdbeersaison sollten sie also beherzt zugreifen. Selten werden getrocknete Wurzeln eingesetzt.

Anbau:
Die bewurzelten Stengel-Ausläufer eignen sich gut zur Vermehrung. Wer will, kann hier selbst kleine Erdbeerpflänzchen abschneiden und im Garten an einem schattigen Plätzchen, z.B. unter Sträucher, setzen.

Abstand Hausgarten:
in der Reihe 15 cm, zur nächsten Reihe 20 cm. Gerne auch mit Mulchmaterialien abdecken und feucht halten.

Ernte:
Die Blätter der Erdbeere werden im Frühsommer geerntet, ca. zu der Zeit in der die Pflanze ihre Blüten trägt. Wurzeln werden im Frühjahr oder Herbst ausgegraben. Die frischen Früchte kann man ab Ende Mai/Juni ernten.

Wirkung als Hausmittel:
Erdbeerblättertee gilt in der Volksmedizin als blutreinigend und nervenstärkend. Tee aus der Wurzel wird als Mittel bei Durchfall empfohlen. Bei Entzündungen der Schleimhäute und  bei Magendarmbeschwerden wird Erdbeerblättertee gerne eingesetzt.

Anwendung: 
2 gehäufte Teelöffel Erdbeerblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten lang ziehen lassen und dann Blätter aussieben. Am besten 3 mal täglich eine Tasse zu sich nehmen.

Erdbeerblätter sind auch für eigene Hausteemischungen bestens geeignet. Wenn mal keine Brombeer-oder Himbeerblätter zur Hand sind, kann man ersatzweise zum Erdbeerblatt greifen. Der Geschmack ändert sich nicht wesentlich. Auch um Mischungen „gefälliger“ zu machen ist das Erdbeerblatt geeignet. Durch den typischen, ganz leicht bitteren Geschmack der Blätter kann man Rezepturen zum besonderen geschmacklichen Höhepunkt bringen. Der Tee schmeckt „runder“ und erhält eine geschmackliche Tiefe.

Wir empfehlen zum Selbstmischen folgende Hausteemischung:

In Teilen:
20%    Erdbeerblätter
10%    Himbeerblätter
10 %   Brombeerblätter
5%      Hagebutte
5%      Apfelstücke

Zusätzlich je nach Geschmack: Melisse, Thymian oder ein wenig Dost.
Kann gerne kalt oder warm getrunken werden, bei Bedarf mit etwas Zitronensaft verfeinern.

Frische Empfehlung: „Wilde Erdbeere aus dem Wald“
Die winzig kleinen Erdbeeren sind zwar mühselig zu ernten, aber geschmacklich unübertrefflich. Gerne können sie auch in einer „Wilden-Waldbeeren-Bowle“ eingesetzt werden, gemeinsam mit Waldmeister (frisch oder trocken) und selbst gesammelten Brombeeren. Auf jeder Gartenparty garantiert der Renner.